Es ist so weit, morgen wird mal wieder über die Zukunft von Deutschland einig Vaterland entschieden. Von wem? Natürlich vom Souverän, den deutschen WählerInnen.
Und die sollen natürlich auch möglichst zahlreich ihre Stimmen in die Urnen packen, denn noch immer gilt noch die Gleichung Je höher die Wahlbeteiligung, desto geiler unsere Demokratie. Daraus ergibt sich dann auch die Formel NichtwählerInnen sind im besten Falle faul, vielleicht sogar subversive AntidemokratInnen. Und eine steigende Zahl ungültiger Stimmen lässt – ganz d’accord mit der PISA-Studie – auf die weitere Verdummung der Gesellschaft schließen, denn Kreuzchenmachen ist ja wohl nicht so schwer.
Und so gehen alle SuperdemokratInnen alle 3 bis 4 Jahre, je nach Auslegung des Grundgesetzes, in ihr ganz eigenes Wahllokal und stimmen für ihre/n LieblingsdemokratIn und ihre demokratische Lieblingspartei. 1996 stimmten beispielsweise bei Landtagswahlen 9,1 % der baden-württemberger DemokratInnen für eine zweite Legislaturperiode der REPUBLIKANER. Schön, dass man das Demokratieverständnis der Menschen an einer einzigen Zahl ablesen kann, das macht alles so wunderbar einfach…
Und ganz egal, ob sämtliche Parteien eine Politik vertreten, die vielleicht der individuellen Auffassung von Politik absolut zuwider läuft: Antidemokratisch sind die, die nicht oder ungültig wählen. Und es gibt ja immer ein kleineres Übel. Glück gehabt.
